Eine Tabelle hat gegenüber jeder App zwei Vorteile: Deine Daten bleiben bei dir, und du kannst sie genau so aufbauen, wie du sie brauchst. Der Preis ist, dass du selbst eintippst.
Wer schon einmal eine Tabelle nach drei Monaten aufgegeben hat, lag meist am Aufbau. Mit einem Blatt je Monat wird es unübersichtlich, und Auswertungen über das Jahr sind kaum möglich.
Der Aufbau, der trägt: ein Blatt für alles
Lege eine einzige Liste an, in die jede Ausgabe als Zeile kommt. Vier Spalten reichen:
| Datum | Betrag | Kategorie | Notiz |
|---|---|---|---|
| 03.10.2026 | 62,40 | Lebensmittel | Wocheneinkauf |
| 05.10.2026 | 14,99 | Abos | Streaming |
| 06.10.2026 | 850,00 | Wohnen | Miete |
Das wirkt zu simpel, ist aber der Grund, warum es funktioniert: Du musst nie überlegen, auf welches Blatt ein Eintrag gehört. Die Auswertung übernimmt die Tabelle.
Drei Formeln reichen
Summe je Kategorie und Monat. Das Arbeitspferd. SUMMEWENNS addiert alle Beträge, die
zu einer Kategorie gehören und in einen Zeitraum fallen:
=SUMMEWENNS(Betrag; Kategorie; "Lebensmittel"; Datum; ">="&A2; Datum; "<="&B2)
A2 und B2 enthalten Monatsanfang und Monatsende. Wenn du die Kategorie nicht fest
einträgst, sondern auf eine Zelle verweist, kannst du die Formel nach unten ziehen und hast
die Auswertung für alle Kategorien.
Monatssumme. Dieselbe Formel ohne Kategoriebedingung.
Durchschnitt über mehrere Monate. Einfach die Monatssummen mitteln. Das ist die Zahl, mit der du planen solltest, nicht der einzelne Monat.
Mehr braucht es für ein Haushaltsbuch nicht. Wer mag, legt eine Pivot-Tabelle darüber, dann entfallen die Formeln ganz.
Jahresposten richtig behandeln
Der häufigste Fehler in selbst gebauten Tabellen: Die Kfz-Versicherung steht mit 480 Euro im März, und der März sieht aus wie eine Katastrophe.
Zwei saubere Lösungen:
- Als Zwölftel führen. Trag monatlich 40 Euro in eine Kategorie „Rücklagen" ein und die tatsächliche Zahlung im März als Entnahme daraus. Das bildet die Realität am besten ab.
- Eine eigene Spalte „jährlich". Markiere solche Zeilen und rechne sie bei Monatsvergleichen heraus.
Was die Tabelle besser kann als eine App
- Eigene Fragen beantworten. Was kostet uns das Auto pro Jahr wirklich, inklusive Versicherung, Steuer, Sprit und Werkstatt? In einer Tabelle sind das zwei Minuten.
- Mehrere Personen. Eine geteilte Datei in der Cloud, beide tragen ein. Für Paare oft praktischer als eine App mit Mehrbenutzerkonto.
- Kein Datenabfluss. Niemand außer dir sieht deine Umsätze.
- Kein Anbieterrisiko. Eine Tabelle funktioniert auch in zehn Jahren noch.
Der ehrliche Nachteil bleibt: Du tippst selbst. Wenn du weißt, dass du das nicht durchhältst, ist eine App mit Kontoanbindung die realistischere Wahl. Ein gepflegtes Haushaltsbuch mit Automatik schlägt eine perfekte Tabelle, die nach fünf Wochen leer bleibt.
Das Wichtigste in Kürze
Bau eine einzige Liste mit Datum, Betrag, Kategorie und Notiz, kein Blatt je Monat. Binde die Kategorien als Auswahlliste an, sonst zerfallen die Auswertungen an Schreibvarianten.
Für die Auswertung reicht SUMMEWENNS nach Kategorie und Zeitraum, alles Weitere ist Kür.
Führe jährliche Posten als monatliches Zwölftel, sonst verzerren sie einzelne Monate.
Und sei ehrlich zu dir: Die Tabelle ist die bessere Lösung, wenn du sie pflegst. Wenn nicht, ist eine App mit automatischer Erfassung mehr wert als die schönste Vorlage.
Häufige Fragen
- Ein Blatt je Monat oder alles in einer Liste?
- Alles in eine Liste. Ein Blatt je Monat macht Auswertungen über das Jahr fast unmöglich und zwingt dich bei jedem Eintrag zu einer Entscheidung, die die Tabelle selbst treffen kann.
- Welche Formel brauche ich mindestens?
- SUMMEWENNS, um Beträge nach Kategorie und Zeitraum zu addieren. Damit lassen sich Monatssummen und Kategoriesummen abbilden. Eine Pivot-Tabelle ersetzt die Formeln ganz.
- Wie behandle ich jährliche Kosten wie die Kfz-Versicherung?
- Am besten als monatliches Zwölftel in einer Kategorie Rücklagen, die tatsächliche Zahlung dann als Entnahme daraus. Sonst sieht der Monat der Abbuchung völlig aus der Reihe fallend aus.
- Tabelle oder App?
- Die Tabelle ist flexibler und datensparsam, verlangt aber manuelles Eintragen. Wenn du weißt, dass du das nicht durchhältst, bringt eine App mit automatischer Erfassung mehr, weil sie tatsächlich gepflegt wird.
Über den Autor
Finazent Redaktion
Redaktion
Die Redaktion von Finazent recherchiert Konditionen, prüft Anbieterangaben gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse und schreibt daraus verständliche Ratgeber.
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