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Was ein Geschäftskonto kosten darf

Grundpreis, Freiposten, Preis je Buchung: Geschäftskonten rechnen anders ab als Privatkonten. Wie du dein eigenes Buchungsverhalten schätzt und welches Modell sich für welche Größenordnung rechnet.

Finazent Redaktion4 Min. Lesezeit
Kontoauszug mit gleichmäßigen Zeilen und Zählwerk als Sinnbild für die Abrechnung nach Buchungsposten

Privatkonten sind entweder kostenlos oder kosten einen festen Monatsbetrag. Geschäftskonten funktionieren anders: Der Grundpreis ist nur die halbe Miete, den Rest bestimmt, wie viel auf dem Konto los ist.

Die Bestandteile

Grundpreis. Monatlich, zwischen null und etwa 50 Euro. Er sagt allein wenig aus, weil er oft mit wenigen oder gar keinen Freiposten kommt.

Freiposten. Die Zahl der Buchungen, die im Grundpreis enthalten sind. Üblich sind 10 bis 100, bei teureren Modellen auch unbegrenzt.

Preis je Buchung. Was jede Buchung über den Freiposten hinaus kostet, meist 0,10 bis 0,40 Euro. Wichtig: Eine Buchung ist jede Bewegung, also auch jeder Zahlungseingang deiner Kunden, jede Lastschrift und jede Kartenzahlung.

Bargeld. Einzahlungen kosten bei Geschäftskonten fast immer, oft ein Prozentsatz der Summe. Für Betriebe mit Bargeldgeschäft ist das der wichtigste Posten überhaupt.

Karten. Eine Debitkarte ist meist enthalten, weitere Karten und Kreditkarten kosten extra.

Dein Buchungsverhalten schätzen

Zähl einen typischen Monat auf deinem bisherigen Konto durch. Grob:

ArtBeispielbetrieb kleinBeispielbetrieb größer
Zahlungseingänge von Kunden8220
eigene Überweisungen1240
Lastschriften (Software, Miete, Versicherung)1025
Kartenzahlungen560
Summe35345

Damit lassen sich Modelle vergleichen. Ein Konto mit 5 Euro Grundpreis und 20 Freiposten kostet den kleinen Betrieb bei 0,20 Euro je weiterer Buchung rund 8 Euro im Monat. Den größeren Betrieb kostet dasselbe Konto etwa 70 Euro, ein Modell mit 25 Euro Grundpreis und unbegrenzten Buchungen wäre für ihn deutlich günstiger.

Was sonst noch ins Gewicht fällt

Unterkonten. Wer Rücklagen für Umsatzsteuer und Einkommensteuer getrennt hält, braucht sie. Manche Anbieter berechnen jedes Unterkonto wie ein eigenes Konto.

Buchhaltungsanbindung. Eine Schnittstelle zu deinem Buchhaltungsprogramm spart jeden Monat echte Arbeitszeit. Wenn sie fehlt, exportierst du Umsätze von Hand, und das kostet mehr als die Differenz im Grundpreis.

Echtzeitüberweisung. Inzwischen bei vielen Anbietern enthalten, bei manchen mit Aufschlag je Vorgang. Für Betriebe, die gegen Vorkasse liefern, relevant.

Zinsen auf Guthaben. Bei Geschäftskonten selten und meist niedrig. Wer größere Rücklagen hält, sollte sie ohnehin nicht auf dem Kontokorrent liegen lassen.

Worauf du beim Vergleich achtest

  1. Rechne mit deiner geschätzten Buchungszahl, nicht mit dem Grundpreis.
  2. Prüfe die Kosten für Bargeldeinzahlungen, wenn du Bargeld einnimmst.
  3. Sieh nach, ob Unterkonten enthalten sind und wie viele.
  4. Prüfe die Schnittstelle zu deinem Buchhaltungsprogramm.
  5. Achte auf Bedingungen für vergünstigte Modelle, etwa Mindestumsätze oder Beschränkungen auf bestimmte Rechtsformen.

Das Wichtigste in Kürze

Der Grundpreis allein sagt nichts. Entscheidend ist das Verhältnis aus Freiposten und Buchungszahl, und dabei zählt jede Bewegung, auch jeder Zahlungseingang.

Schätze deinen typischen Monat, bevor du vergleichst. Bei wenigen Buchungen gewinnt ein Modell ohne Grundpreis, ab etwa 100 Buchungen rechnet sich ein höherer Grundpreis mit unbegrenzten Posten. Wer Bargeld einnimmt, sollte zuerst auf die Einzahlungsgebühren sehen, sie schlagen alles andere.

Häufige Fragen

Was zählt als Buchungsposten?
Jede Bewegung auf dem Konto, also auch jeder Zahlungseingang deiner Kunden, jede Lastschrift und jede Kartenzahlung. Nicht nur die Überweisungen, die du selbst auslöst.
Ab wann lohnt sich ein Modell mit höherem Grundpreis?
Als grobe Orientierung ab etwa 100 Buchungen im Monat. Rechne es mit deiner eigenen Schätzung durch: Grundpreis plus Preis je Buchung über den Freiposten hinaus.
Warum sind Bargeldeinzahlungen bei Geschäftskonten teuer?
Weil die Bearbeitung von Bargeld für die Bank aufwendig ist. Üblich ist ein Prozentsatz der eingezahlten Summe. Für Betriebe mit Bargeldgeschäft ist das oft der größte Kostenblock.
Brauche ich Unterkonten?
Sinnvoll sind sie vor allem für Rücklagen zur Umsatzsteuer und zur Einkommensteuer. Die vereinnahmte Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten und sollte nicht als verfügbares Geld auf dem Hauptkonto liegen.

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Die Redaktion von Finazent recherchiert Konditionen, prüft Anbieterangaben gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse und schreibt daraus verständliche Ratgeber.

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