Der Sparplan ist für die meisten der Einstieg in die Geldanlage, und das aus gutem Grund: Er nimmt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt aus der Gleichung. Statt zu überlegen, wann du kaufst, kaufst du regelmäßig.
Eingerichtet ist er schnell. Ein paar Entscheidungen lohnen trotzdem zwei Minuten Nachdenken.
Thesaurierend oder ausschüttend
Die Frage taucht bei jedem ETF auf und verwirrt zuverlässig.
Ausschüttend heißt, Dividenden landen als Geld auf deinem Verrechnungskonto. Du siehst den Ertrag, musst ihn aber selbst wieder anlegen, wenn er arbeiten soll.
Thesaurierend heißt, der Fonds legt die Erträge automatisch wieder an. Es passiert nichts auf deinem Konto, dafür wächst der Anteilswert.
Steuerlich nehmen sich beide inzwischen wenig. Seit der Investmentsteuerreform wird bei thesaurierenden Fonds jährlich eine Vorabpauschale angesetzt, damit der Fiskus nicht bis zum Verkauf wartet. Die wird im Januar dem Verrechnungskonto belastet.
Für die Praxis: Wer ansparen will und das Geld nicht braucht, fährt mit thesaurierend bequemer. Wer später von den Erträgen leben möchte, nimmt ausschüttend.
Physisch oder synthetisch
Physisch replizierend bedeutet, der Fonds kauft die Papiere des Index tatsächlich. Bei großen Indizes oft als Sampling, also eine repräsentative Auswahl statt aller Titel.
Synthetisch bedeutet, ein Tauschgeschäft mit einer Bank bildet die Indexentwicklung nach. Das kann die Abbildung genauer und günstiger machen, bringt aber ein Kontrahentenrisiko mit, das durch Sicherheiten begrenzt wird.
Für einen breiten Standardindex ist physische Replikation der unkompliziertere Weg. Bei schwer zugänglichen Märkten hat die synthetische Variante praktische Vorteile.
Die Einstellungen im Sparplan
Rate. Viele Anbieter starten ab 25 Euro, manche ab einem Euro. Lieber klein und dauerhaft als groß und nach vier Monaten gestoppt.
Ausführungstag. Meist stehen zwei bis vier Termine im Monat zur Wahl. Über lange Zeiträume ist der Unterschied zwischen dem 1. und dem 15. statistisch belanglos. Wichtiger ist, dass der Termin nach deinem Gehaltseingang liegt, damit die Ausführung nicht mangels Deckung ausfällt.
Intervall. Monatlich ist der Normalfall. Vierteljährlich spart bei transaktionsabhängigen Kosten etwas, verlängert aber die Zeiträume, in denen Geld unangelegt liegt.
Dynamik. Manche Anbieter erhöhen die Rate jährlich automatisch um einen festen Prozentsatz. Bequem, wenn dein Einkommen mitwächst.
Was danach zu tun ist: möglichst wenig
Der häufigste Fehler bei Sparplänen ist nicht die Auswahl, sondern das Eingreifen. Drei Regeln helfen:
- Nicht bei fallenden Kursen aussetzen. Genau dann kauft der Sparplan günstiger. Wer pausiert, nimmt sich den Vorteil des Verfahrens.
- Nicht ständig umschichten. Jeder Wechsel kostet Gebühren und löst womöglich Steuern aus. Ein breiter ETF muss nicht jedes Jahr optimiert werden.
- Einmal im Jahr hinsehen reicht. Prüfe, ob die Rate noch zu deinem Einkommen passt und ob das Verrechnungskonto für die Vorabpauschale gedeckt ist.
Das Wichtigste in Kürze
Für den Vermögensaufbau ist thesaurierend meist der bequemere Weg, für Erträge im Alltag ausschüttend. Bei breiten Standardindizes ist physische Replikation die unkompliziertere Wahl.
Wähle die Rate so, dass du sie auch in einem schlechten Jahr durchhältst, und lege den Ausführungstag hinter deinen Gehaltseingang. Danach besteht die Arbeit vor allem darin, nichts zu tun. Einmal jährlich prüfen, ob die Rate passt und ob im Januar genug Deckung für die Vorabpauschale da ist.
Häufige Fragen
- Was ist die Vorabpauschale?
- Eine jährliche Besteuerung thesaurierender Fonds, damit der Fiskus nicht bis zum Verkauf wartet. Sie wird im Januar automatisch vom Verrechnungskonto eingezogen. Ist dort keine Deckung, kann der Broker Anteile verkaufen.
- Welcher Ausführungstag ist der beste?
- Über lange Zeiträume spielt das statistisch kaum eine Rolle. Praktisch wichtig ist nur, dass der Termin nach deinem Gehaltseingang liegt, damit die Ausführung nicht mangels Deckung ausfällt.
- Soll ich den Sparplan aussetzen, wenn die Kurse fallen?
- Genau dann kauft der Sparplan mehr Anteile für dieselbe Rate. Wer pausiert, nimmt sich den Vorteil des Verfahrens. Sinnvoll ist eine Pause nur, wenn du das Geld tatsächlich brauchst.
- Was bedeutet Teilfreistellung?
- Bei Fonds mit mindestens 51 Prozent Aktienanteil bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Das wird automatisch berücksichtigt und gilt zusätzlich zum Sparerpauschbetrag.
Über den Autor
Finazent Redaktion
Redaktion
Die Redaktion von Finazent recherchiert Konditionen, prüft Anbieterangaben gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse und schreibt daraus verständliche Ratgeber.
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