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Schufa-Auskunft beantragen: online oder per Post

Die Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO ist kostenlos und mehrfach im Jahr möglich. Wie du sie anforderst, was in den Brief gehört und woran du das richtige Produkt erkennst.

Finazent Redaktion5 Min. Lesezeit
Briefumschlag und Formular für einen Auskunftsantrag auf einem Schreibtisch

Du willst eine Schufa-Auskunft beantragen, weil eine Kreditkarte, ein Ratenkredit oder ein Kontowechsel ansteht. Oder du prüfst vor der Wohnungssuche lieber zuerst, was über dich gespeichert ist.

Genau dann lohnt sich ein ruhiger Blick auf die eigenen Daten, bevor Dritte entscheiden, wie sie deine Bonität einschätzen.

Warum die Auskunft sinnvoll ist

Die Frage lautet meist: Was sieht die Gegenseite eigentlich über mich? In der Schufa werden Daten zur Zahlungsfähigkeit gespeichert und an Vertragspartner weitergegeben, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt.

Eine Selbstauskunft ist deshalb kein trockenes Datenschutzthema, sondern ein praktischer Kontrollschritt, wenn eine Entscheidung ansteht, die Geld, Vertrag oder Zeit kostet.

Typische Situationen:

  • Wohnungsmiete: Viele Vermieter wollen einen Bonitätsnachweis sehen.
  • Baufinanzierung oder Ratenkredit: Vorher prüfen, ob alte Verträge sauber erledigt sind.
  • Kreditkartenantrag: Klären, welche Daten in die Entscheidung einfließen.
  • Streit über einen Vertrag: Die eigene Auskunft schafft Klarheit über den gemeldeten Status.

Panik vor jeder Anfrage eines Dritten ist dagegen unnötig. Entscheidend ist, ob die gespeicherten Daten stimmen und zum aktuellen Stand passen.

Datenkopie, BonitätsCheck und Nachweis

Das häufigste Missverständnis ist teuer: Die kostenfreie Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO ist nicht dasselbe wie ein kostenpflichtiger BonitätsCheck.

ProduktKostenZweckLieferweg
Datenkopie nach Art. 15 DS-GVOkostenloseigene Kontrolle der gespeicherten Datenpostalisch
Digitaler Score im Accountkostenloslaufende Einsicht in den Scoredigital
Bonitätsnachweis für Drittekostenpflichtig möglichNachweis für Vermieter oder Vertragspartnerje nach Produkt

Die Datenkopie ist für deine Unterlagen bestimmt. Für eine Wohnungsbewerbung ist ein ausdrücklich dafür vorgesehener Nachweis besser geeignet, weil die Datenkopie sensible Informationen enthalten kann.

Der Online-Weg

Antrag auf Datenkopie nach DS-GVO neben einem Briefumschlag und einem Notizbuch
Entscheidend ist, das kostenfreie Produkt eindeutig auszuwählen.

Der Weg über das offizielle Portal ist für viele der einfachste Start. Entscheidend ist, das kostenfreie Produkt eindeutig auszuwählen. Wer versehentlich im kostenpflichtigen Bereich landet, bestellt etwas, das gar nicht gebraucht wird.

So läuft der digitale Antrag

Zuerst den Bereich für Auskünfte oder Datenkopie wählen, dann Personendaten eingeben: Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift. Anschließend folgt die Identitätsprüfung, etwa per Ausweis-Upload oder postalischem Nachweis.

Die Auslieferung erfolgt in der Regel per Post. Eine erste Rückmeldung kann digital kommen, die vollständige Datenkopie liegt aber typischerweise im Briefkasten. Die Bearbeitung dauert je nach Quelle 5 bis 7 Werktage bis etwa 1,5 bis 2 Wochen.

Das Auskunftsrecht folgt aus Art. 15 DS-GVO, du kannst die Selbstauskunft deshalb mehrfach anfordern, nicht nur einmal im Leben. Eine erneute Prüfung vor einer neuen Finanzierung ist also jederzeit möglich.

Der Postweg mit Mustertext

Schreiben und adressierter Briefumschlag für einen Auskunftsantrag per Post
Der Postweg hilft, wenn die digitale Identifizierung stockt.

Der schriftliche Weg ist nützlich, wenn der Online-Nachweis nicht klappt oder du eine nachweisbare Anfrage per Post willst. Wichtig sind der richtige Adressat, der Bezug auf Art. 15 DS-GVO und ein lesbarer Identitätsnachweis.

Was in den Brief gehört

Betreff: Antrag auf Auskunft nach Art. 15 DS-GVO

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte senden Sie mir eine kostenfreie Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO mit den zu meiner Person gespeicherten Daten zu.

Name, Vorname · Geburtsdatum · aktuelle Anschrift

Zur Identitätsprüfung füge ich eine Kopie meines Ausweisdokuments bei. Bitte senden Sie die Auskunft an die oben genannte Anschrift.

Mit freundlichen Grüßen, Unterschrift

Der Text bleibt bewusst schlicht. Leg keine Informationen bei, die für die Identifizierung nicht gebraucht werden. Die Bearbeitung dauert auch hier ein bis zwei Wochen.

Fehlerhafte Einträge erkennen

Prüfe die erhaltene Auskunft vollständig, nicht nur quer:

  • Personendaten: Stimmen Name, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift?
  • Frühere Adressen: Sind sie nachvollziehbar?
  • Verträge: Kennst du alle aufgeführten Konten, Karten und Kredite?
  • Anfragen: Sind die Vorgänge der letzten zwölf Monate erklärbar?
  • Status: Steht bei erledigten Vorgängen auch „erledigt"?

Bei einem Fehler stößt du eine Berichtigung an und fügst passende Nachweise bei, etwa eine Bestätigung des Vertragspartners.

Stolpersteine

Infografik mit Stolpersteinen und einer Checkliste für die Auskunft
Fünf Punkte, an denen Anträge regelmäßig scheitern.
  • Falsches Produkt bestellt: Die kostenlose Datenkopie wird mit einem kostenpflichtigen Nachweis verwechselt.
  • Drittanbieter statt offiziellem Kanal: Ein Auskunftsservice verlangt Geld für etwas, das direkt kostenlos verfügbar ist.
  • Datenkopie als Vermieternachweis: Sie ist für deine Unterlagen gedacht und enthält mehr, als ein Vermieter sehen muss.
  • Identitätsnachweis unbrauchbar: unleserlicher Upload oder abweichende Anschrift.
  • Auskunft nur abgelegt: Wer den Brief nicht prüft, übersieht falsche Einträge.

Das Wichtigste in Kürze

Die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO ist das richtige Produkt für die eigene Kontrolle, und du kannst sie mehrfach im Jahr anfordern. Für eine Wohnungsbewerbung brauchst du dagegen einen eigens dafür vorgesehenen Nachweis.

Plane ein bis zwei Wochen ein und prüfe die Auskunft danach vollständig. Wer sie nur ablegt, verschenkt genau den Nutzen, für den er sie angefordert hat.

Häufige Fragen

Was kostet die Schufa-Auskunft?
Die Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO ist kostenlos. Kostenpflichtig sind nur separate Produkte wie ein BonitätsCheck oder ein Nachweis für Vermieter.
Wie oft darf ich sie anfordern?
Mehrfach. Das Auskunftsrecht folgt aus Art. 15 DS-GVO und ist nicht auf einmal im Leben oder einmal im Jahr begrenzt.
Wie lange dauert es?
Je nach Weg etwa 5 bis 7 Werktage bis rund zwei Wochen. Die vollständige Datenkopie kommt in der Regel per Post, auch wenn du sie online beantragst.
Kann ich die Datenkopie beim Vermieter vorlegen?
Besser nicht. Sie enthält deutlich mehr Informationen, als für eine Wohnungsbewerbung nötig sind. Dafür gibt es einen eigenen Bonitätsnachweis.

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Die Redaktion von Finazent recherchiert Konditionen, prüft Anbieterangaben gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse und schreibt daraus verständliche Ratgeber.

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