Der Abstand zwischen Werbezins und Realität ist bei Tagesgeld größer als bei fast jedem anderen Sparprodukt.
Im Juli 2026 lag der bundesweite Durchschnitt bei rund 1,95 Prozent, die fünf besten Banken zahlten im Schnitt 3,79 Prozent, einzelne Aktionen reichten bis 4,05 Prozent. Für täglich fällige Bestandseinlagen weist die Bundesbank dagegen nur rund 0,26 Prozent aus.
Diese Spanne ist die eigentliche Botschaft: Zwischen einem alten Konto und einem aktuellen Angebot liegen teilweise mehr als drei Prozentpunkte.
Sieben Angebote und ihre Logik
| Anbieter | Konditionslogik | Besonderheit | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Consorsbank | hoher Aktionszins, bis 3,60 Prozent | große Aktionsgrenze bis 1 Million Euro | Neukunden mit größerem Betrag, kurzfristig |
| Bank of Scotland | Willkommenszins mit langer Garantie | bis zu zwölf Monate Zinsbindung | wer Planungssicherheit über Monate will |
| Renault Bank direkt | Neukundenzins bis 3,50 Prozent | Aktionsgrenze bis 250.000 Euro, monatliche Gutschrift | größere Beträge für kurze Zeiträume |
| 1822direkt | 3,20 Prozent über sechs Monate | Sparkassen-Haftungsverbund | wer längere Aktion und vertrautes Umfeld sucht |
| Volkswagen Bank | 3,10 Prozent über sechs Monate | etabliertes Institut, klare Darstellung | markenorientierte Sparer |
| NIBC Bank | dauerhaftes Angebot um 2,00 Prozent | keine Aktionsbindung, Flex-Optionen | wer nicht ständig wechseln will |
Die drei Konditionstypen
Aktionszins gilt meist nur für Neukunden und für drei bis zwölf Monate. Danach fällt das Konto auf den Standardzins zurück. Sinnvoll für Geld, das ohnehin nur eine begrenzte Zeit geparkt wird.
Zinsgarantie legt den Satz für einen definierten Zeitraum fest. Etwas niedriger als der Spitzenzins, dafür planbar.
Dauerhafte Kondition ist niedriger, gilt aber ohne Befristung. Interessant für Rücklagen, die liegen bleiben sollen und nicht nach jeder Aktion umgeschichtet werden.
Worauf du beim Vergleich achtest
- Aktionsgrenze: Der beworbene Zins gilt oft nur bis zu einer Maximaleinlage. Darüber gilt der Standardsatz.
- Neukundenregel: Viele Angebote setzen voraus, dass zuvor kein Konto bei dieser Bank bestand.
- Zinsgutschrift: monatlich, quartalsweise oder jährlich, das beeinflusst den Zinseszinseffekt.
- Einlagensicherung: Welches System greift, und in welchem Land ist die Bank zugelassen?
- Referenzkonto: Auszahlungen gehen in der Regel nur dorthin zurück.
Der Wechselrhythmus
Wer nach jeder Aktion wechselt, verbringt viel Zeit mit Kontoeröffnungen. Bei kleinen Beträgen steht der Aufwand in keinem Verhältnis, bei größeren kann er sich lohnen.
Eine pragmatische Mitte: ein dauerhaft solides Konto für den Notgroschen, dazu bei größeren Beträgen gezielt ein Aktionsangebot, dessen Laufzeit zum Verwendungszeitpunkt passt.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigste Zahl im Vergleich ist nicht der Spitzenzins, sondern der Abstand zwischen Aktions- und Standardzins. Zwischen 0,26 Prozent für Bestandseinlagen und bis zu 4,05 Prozent bei Aktionen liegt der eigentliche Handlungsspielraum.
Rechne deshalb mit dem Durchschnitt über deinen geplanten Zeitraum, nicht mit dem Startwert. Und prüfe die Aktionsgrenze, sonst wird nur ein Teil deines Guthabens zum beworbenen Satz verzinst.
Häufige Fragen
- Warum bekomme ich auf meinem alten Konto so wenig Zinsen?
- Weil Bestandskonditionen deutlich niedriger liegen als Neukundenangebote. Die Bundesbank weist für täglich fällige Bestandseinlagen rund 0,26 Prozent aus, während Aktionen bis zu 4,05 Prozent erreichten.
- Wie lange gelten Aktionszinsen?
- Meist drei bis sechs Monate, einzelne Angebote garantieren bis zu zwölf Monate. Danach greift der Standardzins des Anbieters.
- Lohnt sich ständiges Wechseln?
- Bei größeren Beträgen kann es sich rechnen, bei kleinen selten. Jede Eröffnung kostet Zeit und erzeugt einen weiteren Vertragseintrag.
- Gilt der Aktionszins für mein gesamtes Guthaben?
- Nicht immer. Viele Angebote begrenzen ihn auf eine Maximaleinlage, die zwischen 50.000 Euro und einer Million Euro liegen kann. Darüber gilt der Standardsatz.
Über den Autor
Finazent Redaktion
Redaktion
Die Redaktion von Finazent recherchiert Konditionen, prüft Anbieterangaben gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse und schreibt daraus verständliche Ratgeber.
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